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Gruna

Aus der Chronik

 

 

 

 

 
Entstanden ist Gruna zur Zeit der Slawen um 700 – wurde erstmals aber im Jahre 922 erwähnt und der erste urkundliche Nachweis ist im Jahr 1285 als „Gronowe“ grüne Aue, wahrscheinlich niederländischen Ursprungs, zu verzeichnen. Zu dieser Zeit siedelten in unserer Gegend auch Flamen.
Gruna war ein Pfarrkirchhof mit dem Rittergut des Grafen von Hohenthal in Hohenprießnitz. Zahlreiche kleine Edle und Ministerialen erwarben von den Großgrundherren Land und Boden zum Weiterverkauf und besiedelten es mit deutschen Bauern. Aus dem verliehenen Grundbesitz bildeten sie für sich selbst ein eigenes Vorwerk heraus.
In der Kirche zu Gruna stehe 14 Epitaphel, die nach der Flut 2002 aufwendig rekonstruiert und aufgearbeitet wurden. Diese stammen hauptsächlich vom Adelsgeschlecht derer von Spiegel u.a. und zeugen von dieser Zeit, in der Gruna als Sitz der Rittergutsbesitzer eine bedeutende Rolle spielte. Viele unserer Rittergüter (Gruna, Hohenprießnitz, Pristäblich) gehen auf derartige Verhältnisse zurück. Indem diese kleinen Grundherren bei der Belehnung auch einen Teil der Gerichte erhielten, erhoben sie zugleich ihre Rittersitze zu staatlichen Verwaltungsämtern. 
 
Als Baudenkmal ist in Gruna die im 11. Jahrhundert erstmals erwähnte Wasserburg (Bergfried) mit Burggraben zu nennen. Von diesem erhöhten Gebäude sollte der Frieden für die umliegenden Häuser, Felder sowie Mensch und Tier gesichert werden. Als Erwerbs- und Einnahmequelle sind bis heute erhalten geblieben Ackerbau und Viehzucht.

Alljährlich im Frühjahr ist in diesem Ort mit mehr oder weniger Hochwasser der Mulde, bedingt durch die Schneeschmelze im Erzgebirge, wo die Quellen der Mulde entspringen, zu rechnen. 
Im August 2002 wurde der Ort Gruna jedoch, wie viele andere Orte an der Mulde, sehr heftig von der Jahrhundertflut heimgesucht. Häuser und Sraßen wurden geschoßhoch überflutet und sehr stark beschädigt, zum Teil sogar zerstört. Doch die Bürger gaben nicht auf. Mit viel Solidarität, viel Schweiß  und großartiger Deutschland weiter Hilfe konnte der Ort schöner als vorher wieder aufgebaut werden.  10 Jahre danach - am 16.09.2012 wurde zum Gedenken an die Jahrhundertflut 2002 ein Denkmal enthüllt.

Dann der Schock: Im Juni 2013 wurde erneut die Ortschaft Gruna durch die Wassermassen der Mulde überflutet. Dabei entstanden wiederholt erhebliche Schäden an den Wohnhäusern und der gesamten Infrastruktur. Die Kirche und das Bürgerhaus waren wieder sehr betroffen. Die Bürger von Gruna gaben auch 2013 nicht auf, obwohl dieser erneute schwere Rückschlag einige von ihnen über ein Umsiedeln nachdenken ließ.  Es folgte ein Spendenaufruf für Gruna. Mit viel Solidarität und Spenden wurde den Menschen in Gruna geholfen, nochmals anzupacken und alle Kräfte für den Wiederaufbau zu mobilisieren. 

Neben der Pflege alter Tradition gestalten die Bewohner in Gruna das Leben auf dem Dorf recht abwechslungsreich. Der Förderverein Dorfentwicklung Gruna e.V., die Freiwillige Feuerwehr u.a. organisieren jährlich Anfang Mai ein Frühlingsfest. Beim Sommerfest Ende Juli wird jährlich ein neuer Deichgraf gewählt. Mitte September steht das Fährfest auf dem Plan, bei dem nunmehr aller zwei Jahre eine neue Muldekönigin gekrönt wird. Beide Majestäten vertreten ihre Region anläßlich verschiedener Messen, Feierlichkeiten o.ä. in Nordsachsen. 
Jährlich wird im Frühjahr und im Herbst ein Kinderkleiderbasar im Bürgerhaus Gruna organisiert. Die Resonanz der umliegenden Ortschaften ist gut, denn viele Besucher besuchen diese Events.

Am 13.Mai 2010 wurde die nach der Flut 2002 aufwendig rekonstruierte Kirche zu Gruna als 19. Radfahrerkirche in Deutschland eröffnet.  Sie soll auch den Radwanderern, welche auf dem bekannten Mulderadweg zwischen Grimma und der Goitzsche bei Bitterfeld unterwegs sind, ein Ort der Ruhe und Besinnung sein. 

Weiteres Interessantes zu Gruna können Sie auf der Homepage von Rico Nauditt - einem jungen Bürger aus Gruna erfahren, der sich in seiner Freizeit intensiv mit der Historie von Gruna beschäftigt.

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